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Naturbiotop Tanganjikasee DR Kongo 2014

Tanganjika-Safari 2005

Da das meine erste Reise an den Tanganjikasee war, wird sich hier sicherlich einiges wiederholen, was schon in anderen Berichten gestanden hat. Ich hoffe aber, dass es Ihnen/ Euch trotzdem Spaß macht, ihn zu lesen!

Bilder und Texte dieser Seite unterliegen dem Copyright der Firma isabi.de.

Reisebericht

 

Als ich im Sommer 2004 mal wieder meinen Freund Siegfried Loose besuchte, um mir einige neue Fische anzusehen, kamen wir beim Tässchen Kaffee auf sein Buch zu sprechen, das in diesem Jahr (2006) auf den Markt kommen wird. Es wird, wie sollte es anderes sein, ein Buch über Fadenmaulbrüter sein. Aus diesem Grunde wollte er noch einmal an den See fahren, um einige Beobachtungen aus den Jahren zuvor zu festigen und natürlich um noch neue Bilder zu schießen.

Mit der Frage im Gepäck, ob ich mitreisen wolle, fuhr ich dann ganz aufgeregt nach Hause, um die neuen Nachrichten meiner Frau zu berichten. Mitentscheidend für die Zusage war, dass ich mit Siegfried jemanden hatte, der schon einige Reisen an den Tanganjikasee gemacht hatte und somit auch die Erfahrung sammeln konnte, was vorher alles zu organisieren ist. Nachdem ich zugesagt hatte ging es für mich langsam (es war ja noch über ein
Jahr Zeit) los mit den Vorbereitungen. Bücher und Reiseberichte lesen, Arzt aufsuchen, Tropeninstitut und und und und . Nachdem wir dann einen Termin gefunden hatten, erfuhren wir, dass Ad Konings zum gleichen Zeitpunkt wie wir mit einer Gruppe am See sein wird. Da er auch noch ein paar Plätze frei hatte, haben wir uns für die ersten 14 Tage mit eingeklinkt , zumal die Tour, die er dort anbot, sehr interessant war. Dazu aber später mehr.

Der Reisetermin rückte immer näher und die Anspannung wurde immer größer. Einige Tage vor Reiseantritt dann das Packen des Seesacks. Da British Airways wohl recht streng mit dem Höchstgewicht umgeht war es recht schwer sich zu entscheiden, was man unbedingt braucht und was nicht. Die Grenze lag bei 23 kg und ist, wenn man das ganze Tauchgeraffel dabei hat, schnell erreicht. Meine Kleidung war dann komplett im Handgepäck verstaut und zum Glück war eine Kameratasche zusätzlich erlaubt.

Endlich war der Tag (23.September) gekommen und wir (gebracht von unseren Frauen) trafen uns am Flughafen Tegel und checkten nach der Verabschiedungszeremonie ein, um erst einmal nach London zu fliegen. Hier angekommen und nach längerer Fahrerei auf dem Gelände mit dem Bus, haben wir unser Terminal in Richtung Lusaka gefunden, eingecheckt und soweit es ging, es uns im Flugzeug erst einmal gemütlich gemacht. Es lagen ja einige Stunden vor uns. Insgesamt dauerte die Anreise von Berlin bis Lusaka fast 15 Std. Eine Zeitverschiebung gibt es nicht.

Hier trafen wir uns mit Ad und Wendell (der auch das erste Mal zum See unterwegs war) und erledigten erst einmal die Formalitäten (Anmeldung, Geld tauschen usw.). Ad hatte vorher schon ein Taxi gemietet, das uns bis nach Mpulungu bringen sollte. Ansonsten hätten wir erst am nächsten Tag mit dem Bus fahren können und hätten somit erst zwei Tage später zu den Anderen der Gruppe zustoßen können, die schon einen Tag vorher angereist waren. Nachdem alles verpackt war ging die Reise in einem VW-Bus weiter. Die Straßen waren bis ca. 100 km vor Mpulungu perfekt und neben Gaspedal, Bremse und Lenkrad war die Hupe wohl das wichtigste Teil am Auto. Anderes war scheinbar nicht ganz so wichtig, wie wir dann leider später feststellen mussten. Denn auch nachdem die Schlaglöcher richtig deftig wurden, machte unser Fahrer keine Anstalten den Fuß vom Gas zu nehmen, so dass es nur noch eine Frage der Zeit war, dass wir bestenfalls nur einen Platten haben würden. So war es dann auch. Warum er dann noch ca. 30 km mit dem Reifen weiterfuhr, wurde uns erst klar, nachdem wir dann später, als wirklich nichts mehr ging (siehe Bild),



nach einigem Umräumen des Kofferraums an den Ersatzreifen kamen. Der hatte nämlich auch schon bessere Zeiten gesehen. Nur hätten wir auch keine Möglichkeit gehabt, den Reifen zu wechseln, da das Werkzeug leider schon sehr 'ausgenudelt' war. Es dauerte nicht lange und wir hatten eine sehr hilfsbereite Menschentraube um uns herum. Zum Glück hatte Ad ein Satellitentelefon dabei, so dass er bei Toby Veall anrufen konnte, der uns dann für den Rest des Weges ein Ersatztaxi organisieren konnte. Nach sage und schreibe 5 Stunden waren wir dann weiter auf dem Weg in Richtung See und erreichten ihn dann endlich gegen 1.30 Uhr. Nun nur noch die Sachen auf das Boot und dann ab zur Kalambo-Lodge. Obwohl ich mittlerweile doch sehr müde war, wurde ich plötzlich wieder hellwach. Die erste Berührung mit dem Wasser des Tanganjikasees nach etwa 36 Stunden einer anstrengenden sowie abenteuerlichen Reise! Es war angenehm warm, und ich freute mich schon auf den ersten Tauchgang. Gegen 2.00 Uhr waren wir dann angekommen und haben unsere Lodge bezogen. Nach einer herzlichen Begrüßung wurde uns dann sogar noch ein Dreigängemenü serviert. Da sich mein Appetit in Grenzen hielt, habe ich auch nur noch aus Anstand von jedem etwas probiert. Ich glaube es war sehr lecker. Dann ab ins Zimmer, Moskitonetz übers Bett gespannt und ab in die Federn.

Wie man sich vorstellen kann, war die Nacht recht kurz. Geweckt wurden wir zudem noch sehr früh von dem fröhlichen Gesang der heimkehrenden Fischer, die die ganze Nacht mit ihren kleinen Booten unterwegs waren. Wir öffneten die Fensterläden und konnten direkt auf den See schauen, indem ich nach dem Frühstück meinen ersten Tauchgang machen sollte. Nun unter die Dusche (Wasser aus dem See) und dann ab zum Frühstück, wo wir dann auch schon die ersten Mitreisenden kennenlernten. Insgesamt waren wir dann ein gut zusammengewürfelter 'Haufen'. Die Truppe bestand aus zwei Schweden, einem Holländer, einem Finnen, vier Amerikanern (darunter die einzige Frau an Bord), zwei Südafrikanern und uns beiden. Unterhalten haben wir uns in Deutsch, englisch und natürlich auch mit Händen und Füßen. Dadurch, dass sich jeder Mühe gab, ging das auch sehr gut. Vor allem sei aber zu erwähnen, dass Ad, der mehrsprachig ist, immer wieder helfen konnte, wenn Sprachbarrieren auftraten. Während des ausgiebigen Frühstücks, bei dem es Eier, Bohnen, Weißbrot, Cornflakes, Tee, O-Saft usw. gab, wurde der erste Tagesablauf besprochen.



Danach ging es zurück zur Lodge, um das gesamte Tauchmaterial zusammenzusuchen, bzw. die Kameras so zu präparieren, dass sie nicht gleich während des ersten Tauchganges 'absaufen' würden. Nachdem ich dann noch die Hürde mit dem Anschließen des Adapters (andere Norm) für die Tauchflasche und dem Lungenautomaten überwunden hatte, ging es endlich ab ins Wasser. Ich musste gar nicht tief runtergehen, um schon die ersten 'Juwelen' zu sehen. Wenn ich den Automaten nicht im Mund gehabt hätte, hätte ich den selbigen sicherlich nicht mehr zubekommen. Hier tummelten sich Eretmodus, Altolamprologus, Lamprologus, Tropheus, Petrochromis, Ophthalmotilapia und vieles mehr. Meine ersten Bilder habe ich dann auch gleich geschossen. Ich kann nur sagen, dass das gar nicht so einfach ist. Aber keine Angst, es kommen noch bessere Bilder!



Die Zeit verging wie im Fluge, und die Flasche war verhältnismäßig schnell leergesaugt. Da es nur einen Kompressor gab und der auch nur eine Flasche befüllen konnte, dauerte es seine Zeit bis wir den nächsten Tauchgang angehen konnten. Ausgesucht hatten wir uns dafür die Chituta Bay, die wir dann auch bald anfuhren.




Nach dem 'Anpellen' ging es dann auch sofort mit einer Rolle rückwärts vom Boot direkt in den See. Leider war das Wasser hier etwas unruhig, so dass die Sicht etwas getrübt war. Mit Menno, einem Holländer, ging es dann gleich etwas tiefer. Zum Glück hatte er eine Taschenlampe dabei. Denn ich war 'wie ein Friseur' unterwegs. Bei ca. 25 m haben wir dann auch den ersten (und für mich auch einzigen) Frontosa begutachten können. Hierbei handelte es sich noch um ein recht kleines Tier. Viel tiefer sind wird dann auch, im Nachhinein sehr schade, nicht gegangen.

Nach ca. einer Std. des Staunens ging es dann wieder nach oben, natürlich nicht ohne einige Sicherheits-Stops einzulegen. Auf dem Weg zurück zur Lodge wurde natürlich erst einmal erzählt, was alles gesehen wurde. Hier erfuhren wir dann auch, dass wir, wenn wir fünf Meter tiefer gegangen wären, Benthochromis Tricoti hätten sehen können. Nachdem wir dann alles zum Trocknen aufgehängt hatten, ging es ab zum Essen und danach in die Bar. Hier besprachen wir dann alles, was für die nächsten Tage wichtig war, was wir unbedingt mitnehmen sollten, verteilten die Zelte und dann ging es ab in die Falle. Schließlich mussten wir am nächsten Tag früh raus.

Der dritte Tag begann wie immer mit dem Frühstück und der Malaria-Tablette. Danach ab ins Boot und übersetzen nach Mpulungu. Hier mussten wir zur Immigration, um unser Ausreisevisum von Sambia zu holen. Es lief alles reibungslos, nur dauerte es einige Zeit bis alle Eintragungen in das große Buch per Hand getätigt waren. Während wir uns hier 'vergnügten' wurde an der Lodge schon ein Boot mit Proviant, Kompressor usw. beladen. Wir mussten nach unserer Ankunft nur noch unsere persönlichen Sachen aufladen und ab mit dem Boot über die Grenze nach Tansania. Dort dann wieder zur Immigration, diesmal um ein Einreisevisum zu besorgen.

Hier gehen aber die Uhren etwas anders, und so mussten wir ca. zwei Stunden auf den 'Beamten' warten, bis er endlich ausgeschlafen hatte. Wieder dauerte es seine Zeit bis alle Eintragungen fertig waren, und zusätzlich durften wir dann auch noch 50 US$ überreichen. Da es alles länger gedauert hatte als erwartet und es auch stürmischer wurde, fuhren wir nur noch nach Muzi. Dort wollten wir  das Boot tauschen und bauten deshalb unser Zeltlager hier schon auf. Nach einigen Schwierigkeiten, Siegfried und ich hatten ein Zelt für eine Person erhalten und mussten es noch einmal tauschen, konnten wir ein größeres unser Eigen nennen und somit auch unser Gepäck einschließlich Kamera-ausrüstung mit ins Zelt nehmen. Da es um 6.00 Uhr schon richtig hell und gegen 18.00 Uhr der Tag vorbei ist, wurden wir jeden Morgen schon um 5.00 Uhr durch die nette Stimme von Ad geweckt und die Räumerei inklusive Morgentoilette begann. Während des Zeltabbaus sorgten schon zwei Leute der Crew, die übrigens aus 6 Personen bestand (3 P. aus Sambia und 3 P. aus Tansania), für das Frühstück. Nun musste nur noch das ganze Gepäck verladen werden und die Reise mit dem 'Traumschiff' konnte losgehen. Wir sahen aus wie Flüchtlinge, nur dass das Boot grösser war, wie wir später noch sehen werden. Nun wurde erst einmal 'aufgeräumt', damit eine gewisse Übersichtlichkeit entstand und wir uns auf dem Boot auch einigermaßen bewegen konnten. Schließlich wollten wir ja auch das eine oder andere Mal tauchen und brauchten somit etwas Platz, um uns umzuziehen. Wir fuhren dann bei stärkerem Wellengang bis Msamba, um dort den ersten Tauchgang in Tansania zu machen. Mein Magen rebellierte nicht, und so freute ich mich schon wieder auf das kühle Nass. Da mir die Hektik zu gross war - jeder wollte sich gleich fertigmachen, um ins Wasser zu kommen - entschloss ich mich, hier 'nur' zu schnorcheln. Das musste sich auf dem Boot erst einmal einspielen, was bei den nächsten Tauchgängen auch gelang. Da sich im Wasser sehr viel in den höheren Regionen abspielt, konnte ich hier auch wieder viele verschiedene Arten beobachten. So konnte ich z.B. als 'Spanner' beim Laichtanz von Lambrichtys tanganicanus zusehen und sogar einigermaßen fotografieren, was als Schnorchler nicht gerade einfach war, da man sich nicht sehr lange auf die Lauer legen kann.

Als wir dann alle wieder an Bord waren, ging es weiter in Richtung Namansi.



Hier planten wir, unser Nachtlager aufzuschlagen. Während der Fahrt gab es dann, wie jeden Tag, einen Brunch und dazu frisches Wasser direkt aus dem See. Anfänglich war mir nicht sehr wohl bei dem Gedanken, Wasser aus dem See zu trinken, da ich mir in Deutschland schon gleich etwas einfange, wenn nur etwas in der Luft liegt. Doch weil alle das Wasser tranken und auch schon reichlich Erfahrung damit hatten, fühlte ich mich schon etwas sicherer. Ich hatte ja Wasseraufbereitungstabletten dabei, wäre aber wahrscheinlich verdurstet, da es sich zwei Stunden mit der Aufbereitung des Wassers hingezogen hätte. Ich trank es also... und....... NICHTS! Das Wasser schmeckte lecker.

Immer, wenn wir kleine Fischerboote sahen, ließen sich  unsere Köche den Fang zeigen. Damit war klar, was es heute zu essen geben würde. Es war enorm, welch aufwendige Gerichte, auf 'kleinster Flamme' gekocht werden können. Es war für jeden etwas dabei! Oftmals wussten wir allerdings wegen der Dunkelheit nicht, was wir gerade in den Mund steckten, aber es schmeckte immer prima. Dazu muss ich noch erwähnen, dass ich sonst nicht der große Fischesser bin. Bevor wir dann schlafen gingen, es war ja schließlich 'schon' nach 19.00 Uhr, bestaunten wir noch den fantastischen Sternenhimmel.




                                                                                      
Die Milchstraße war so eindeutig zu erkennen, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Eine Sternschnuppe, die so lang war, dass ich sie Siegfried noch in aller Ruhe zeigen konnte. Wünschen brauchte ich mir ja auch nichts, da ich momentan sowieso alles hatte. Im Zelt wurde dann noch alles nach ungebetenen Gästen, wie z.B. Moskitos abgesucht, noch etwas der Himmel begutachtet und dann geschlafen. Um sich vor den Moskitos und den eventuellen Folgen zu schützen, hatten wir uns zusätzlich zur Prophylaxe regelmäßig bei Dämmerung eingeschmiert, lange Hosen und langärmlige Hemden angezogen.

Der nächste Morgen begann wie oben beschrieben und um 6.45 Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Mpimbwe. Einige werden sich jetzt sicherlich wundern, warum wir in Namansi nicht ins Wasser gegangen sind. Das lag daran, dass wir erst später ankamen und weil wir auf der Rücktour hier nochmals eine Übernachtung eingeplant hatten. Nach ca. 1,5 Std. fuhren wir dann an der Kipilibucht, Ulwile und Mvuna vorbei. Nach der Aussage von Siegfried standen hier im Jahre 2000 viel weniger Hütten. Auf dem Bild ist nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen. Mit etwas Phantasie kann man sich beim unteren Bild, bei der Zusammenstellung der Felsen, zwei Menschen Rücken an Rücken vorstellen.

Für mich war sehr überraschend, wie dicht hier doch alles zusammen liegt. Natürlich habe ich das vorher schon alles auf einer Karte gesehen. Trotzdem hatte ich eben andere Vorstellungen im Verhältnis zur Größe des Sees. Normalerweise kann man von hier aus den Kongo sehen. Doch war es sehr diesig, so dass man nur ganz wenig erahnen konnte. Was wir auf den nächsten Kilometern immer wieder sahen, waren kleine 'Segelboote' mit Flüchtlingen aus dem Kongo, die versucht haben, Tansania zu erreichen. Hier werden sie dann aber vom Militär schon 'erwartet', in Lager gebracht und wieder abgeschoben. Wenn man sieht mit was für kleinen und einfachen Booten sie es versucht haben, kann man sich vorstellen, wie wichtig die Flucht für sie sein muss.




Während wir unserem Ziel immer näher kamen, hatte unser Kapitän Luis alle Hände voll zu tun. Er musste mal wieder die ganzen Tauchflaschen füllen. Leider war es dann immer zu Ende mit der himmlischen Ruhe und das dann über längere Zeit. Doch pünktlich beim Anlegen war dann alles fertig und wir konnten uns auf einen nächsten schönen Tauchgang freuen. Da ich wie bei allen Tauchgängen von der Unterwasserwelt begeistert war, möchte ich an dieser und auch an späteren Stellen, nur einige Bilder für sich sprechen lassen.



Das Eine noch: Was für mich besonders faszinierend war und mein Herz höher schlagen ließ, war die Tatsache, dass bei den Cyprichromis wirklich fast alle Weibchen das Maul voll hatten. Eine Bemerkung zur Süßwasserualle: Ich habe mir sagen lassen, dass sie sehr unangenehm iim Geschmack sein soll und während des Verschluckens ein Brennen zur Folger habe, eine erchte Delikatesse also. Die Wassertemperatur lag hier bis 5 Meter um 27° C und bei 10 Meter bei 26° C. Unser nächstes Ziel war Kalila. Das erreichten wir gegen 15.15 Uhr. Da unsere Flaschen in dieser kurzen Zeit noch nicht wieder befüllt werden konnten, war - nachdem wir mal wieder alles aufgebaut hatten - nur noch ein Gang mit Schnorchel und Maske möglich. Leider konnten wir hier keine Unterwasseraufnahmen setzen, da durch stärkeren Wellengang sehr viel Sand aufgewirbelt wurde und somit keine vernünftigen Bilder zustande gekommen wären. Wir konnten trotzdem noch einiges beobachten. Hier tummelten sich z. B. Simochromis, Tropheus und Eretmodus in der Brandung am Geröll, während einige Meter weiter draußen eine Gruppe Callochromis stappersi gegen die Strömung 'ankämpfte'. Ich konnte das gut nachvollziehen, was die kleinen 'Kerlchen' da leisteten, da es mir nicht viel anders ging.
Bevor es dunkel wurde, mußten wir noch die ganze Technik auf Vordermann bringen, weil wiram nächsten Tag, nur eine halbe Stunde entfernt, unseren nächsten Tauchspaß haben sollten. In Kasombo angekommen ging es dann auch bald ins Wasser. Mittlerweile hatte es sich mit der Umzieherei gut eingespielt und es ging alles völlig ohne Stress vor sich.

Hier habe ich meinen ersten Stachelaal beobachten können, der anfänglich etwas ängstlich, dann aber doch sehr neugierig war, was mir die Möglichkeit gab, ihn zu fotografieren.




Natürlich sieht man noch vieles mehr. Nur konnte ich gar nicht alles fotografieren, denn die Fische haben nicht unbedingt auf mich gewartet. Um die Tiere aufnehmen zu können, muß man sich eine gutes Plätzchen suchen und warten bis der vorher angepeilte und mit Sehnsucht erwartete Fisch in der Nähe des Objektivs auftaucht. Dabei beobachtete ich viele Fische, denen ich bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt hatte, und weiß jetzt eigentlich gar nicht mehr warum nicht?!?!?!? Bei dem Versuch, einen schönen Eretmodus aufzunehmen, verabschiedete sich sehr zu meinem Bedauern mein Akku und damit ich mich auch bald aus dem Wasser. Jetzt ging es in Richtung Sibwesa, wo wir uns dann auch 3 Tage aufhalten wollten. Während dieser Tage gab es einige aufregende Situationen, die damit begannen, dass ich mir einen Holzsplitter eingerissen habe, obwohl ich mir nicht am Kopf gekratzt hatte. Da ich mein 'Survivalmesser' nicht dabei hatte, musste es eine handelsübliche Pinzette richten. Ich desinfizierte die Stelle noch, denn ich hatte etwas Sorge vor einer Infektion unter diesen Bedingungen.
Spaß bei Seite: Zeitgleich gab beim Füllen der Tauchflaschen auch noch der Kompressor seinen Geist auf. Steven und Ad versuchten, das Teil wieder in Gang zu bekommen. Natürlich gab es keine Ersatzteile und jeder versuchte mit guten Tips weiterzuhelfen. Mit Dichtungen und auch anderen Teilen aus dem Tauchkoffer hatten sie es dann nach einiger Zeit hinbekommen. Leider hielt es nur für 2 Tauchflaschen und der Tauchurlaub drohte in einem 'Badeurlaub' zu enden. Doch zum Glück konnten unsere beiden kreativen 'Bastler' Dichtungen einpassen und wir hatten bis zum Ende der Reise Luft. Nicht auszudenken, wenn das nicht geklappt hätte.
Bei Sibwesa angekommen mussten wir uns bei dem 'Stammesoberhaupt' anmelden (was Zwei unserer Crew erledigten) und einige Liter Diesel als Bezahlung abtreten, damit wir uns in diesem Gebiet ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten suchen durften. Wir fuhren wieder einige Minuten mit dem Boot zurück, denn wir hatten dort einen schönen Platz gesehen.

                                                             
In der Nacht wurde es dann recht windig, so dass wir am nächsten Tag die Zelte erst einmal wieder abbauten, obwohl wir hier ja, wie schon erwähnt, weitere Nächte verbringen wollten. Da wir aber nicht alles wieder mit aufs Boot nehmen wollten, blieben 3 Mann im Camp. Wir fuhren erst einmal nach Mabilibili. Hier war der Wellengang recht stark und wir zogen es vor, erst einmal zurück nach Lyamembe zu fahren, um dort zu tauchen. Auch hier war die Strömung recht stark und somit das Wasser leider auch etwas trübe. Ich habe den Tauchgang nach ca. 25 Minuten abgebrochen. Nachdem ich die Wasseroberfläche erreicht hatte, hörte ich schon einige Schreie vom Boot, mit denen ich aber nicht gleich etwas anfangen konnte. Mir war aber klar, dass etwas passiert sein musste, und so
drehte ich mich wie ein Kreisel um meine eigene Achse. Ich sah dann, wie ein Taucher von uns, festgehalten von einem Guy, um Luft kämpfte. Er war aus ca. 20m Tiefe 'hochgeschossen', da er keine Luft mehr hatte. Früher wäre ich mit ihm zur Dekompression wieder runter gegangen, hatte aber vor meiner Reise in einem Artikel gelesen, dass man es nicht machen sollte. Wir haben ihn schnellstens zum Boot gebracht, wo er nach einiger Zeit erst einmal zur Ruhe kommen konnte. Natürlich fuhren wir erst einmal zurück zum Camp. Zum Glück hatte er sich bis zum Abend wieder einigermaßen erholt. Wir steuerten dann erst am Nachmittag noch eine kleine Bucht in der Nähe an. Auch hier sah es erst sehr trübe aus und ich bin erst einmal schnorcheln gegangen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich dann eine große Wasserkobra an den Steinen sah. Leider hatte ich keine Kamera dabei. Wahrscheinlich hätte ich vor Aufregung sowieso vergessen abzudrücken und so habe ich diese Ecke dann doch verhältnismäßig fluchtartig verlassen. Da die Sicht doch besser war als von oben erwartet habe ich mir meine Tauchklamotten übergezogen und habe doch noch einen schönen Tauchgang in einem anderen Teil der Bucht erlebt. Hier schwammen Cyathopharynx furcifer und Cyathopharynx foae direkt beieinander. Diese Tiere unter Wasser zu sehen ist schon 'gigantisch'.



Während wir unterwegs waren, wurden unsere Zelte wieder aufgebaut, so dass wir uns dann auch bald an den 'gedeckten Tisch' setzen konnten. Aber der aufregende Tag sollte noch nicht zu Ende sein. Gegen 21.30 Uhr, wir lagen schon in der Koje, fing es tierisch an zu stürmen. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Wir mussten uns mit dem ganzen Körpergewicht gegen die Zeltwände legen, damit es überhaupt noch einigermaßen standhielt. Von schlafen konnte keine Rede mehr sein. Der Sand drückte sich durch die Nähte. Zum Glück waren keine Bäume in der Nähe, sonst wäre mir sicherlich noch mulmiger zumute gewesen. Dieser Sturm war für diese Jahreszeit ein äußerst außergewöhnliches Wetterereignis, selbst für Siegfried, der den See ja schon zu unterschiedlichen Zeiten bereist hatte. Im Juni/Juli wäre das nichts außergewöhnliches gewesen. Unsere Crew hatte in der Zeit das Boot an eine sichere Stelle gefahren, ansonsten hätten wir sicherlich eine Zeit Robinson spielen müssen.

Als wir am nächsten Morgen aus unseren Zelten krochen schien alles wieder in Ordnung zu sein. Wie gesagt, schien. Denn jetzt hatte auch noch ein Mitglied unserer Besatzung Malaria. Wir alle hatten genug Tabletten dabei, so dass wir sammeln und ihm welche abgeben konnten; und das Zeug wirkte zu Jedermanns Beruhigung im Ernstfall wirklich relativ schnell. Damit man eine Vorstellung hat wie trübe die Aussichten teilweise waren, hatte ich in Isonga die Idee, eine geteilte Aufnahme zu machen, die es meiner Meinung nach auch sehr wirkungsvoll belegt. Es ist schon beeindruckend, wie intensiv die Farbe des 'Kaisers' bei so einer 'Brühe' zur Geltung kommt! 

Nun fehlte natürlich noch Mabilibili, wo ich unbedingt noch die schönsten Xenotilapia spilopterus und natürlich auch noch den 'Kirschfleck' fotografieren wollte. Hier lasse ich, wie oben schon versprochen, wieder einige Bilder für sich sprechen:



Die letzte Nacht hier oben war dann wieder richtig ruhig und am nächsten Tag ging es dann wieder Richtung Heimat. Natürlich noch mit einigen Tauchgängen und Übernachtungen. 

 Unsere 'Heimreise' begann mit stärkerem Wellengang, so dass ich schon mit dem Gedanken spielte, meine Reiseapotheke um eine Tablette zu erleichtern, bevor ich vielleicht unfreiwillig die Fische füttern würde. Doch zum Glück wurde es ruhiger. Ansonsten hätte ich auf einen schönen Tauchgang verzichten müssen, denn Tauchen und Medikamente passen nicht zusammen. Da wir nochmals den 'Kaiser' sehen wollten, fuhren wir diesmal eine andere Stelle an, in der Hoffnung, eine bessere Sicht zu haben. Und so war es dann auch. Das Wasser wurde von der Sonne durchdrungen und die Farben leuchteten gigantisch.

Leider verabschiedete sich auch hier bald wieder der Akku. Dazu muss ich aber sagen, dass es nicht nur Dummheit von mir war, den Akku nicht rechtzeitig rauszunehmen, sondern ich konnte durch das Unterwassergehäuse bei der Sonne den Ladezustand nur sehr schwer erkennen, zum Zweiten hatte ich immer ein ungutes Gefühl, das Gehäuse zu öffnen, wenn es nicht unbedingt nötig war. 'Never change a running system'. Es besteht ja doch immer das Risiko, dass das Gehäuse an einer Stelle undicht wird ...und das wäre es dann gewesen! Zum Dritten war das Ladegerät, das über Solarzellen gesteuert wurde, sehr gefragt und ich wollte es nicht mit einem halbvollen Akku belegen.

So kam es dann nach unserer Weiterfahrt auch zu einer neuen Aufregung an Bord. Als jemand seinen Akku aus dem Gerät nehmen wollte, wurde er von einer Schlange gebissen. Da sie niemand gesehen hatte, wussten wir natürlich auch nicht, ob es sich um eine giftige oder eine ungiftige handelte. Innerhalb kürzester Zeit versuchte die Crew das Tier zu finden, um Sicherheit über die Art zu erhalten, was nicht gerade leicht war, da sich das Ladegerät und somit auch das Tier in einem kleinen Verschlag im Bug befand. Während die einen suchten, versuchten die anderen den Attaktierten zu beruhigen.
Nachdem das Tier mit List und Tücke gefunden wurde und feststand, dass es sich um eine ungiftige (von den Einheimischen 'Hausschlange' genannt) handelte, bekam auch unser Teammitglied wieder etwas Farbe im Gesicht. Die Anspannung bei ihm - aber auch bei uns allen - war riesengroß. Hier hätte es keinerlei ärztliche Versorgung gegeben, geschweige denn das richtige Gegenmittel.

Übernachtet wurde wie schon auf dem Hinweg in Kalila. Für den nächsten Tag hatten wir uns 2 Tauchgänge vorgenommen. Der erste sollte nochmals in Mpimbwe (an anderer Stelle) stattfinden und der zweite in Namansi, wo wir auch schon einmal übernachtet, aber keine Zeit mehr für einen Tauchgang hatten. Weil noch einiges gebraucht wurde, steuerten wir eine kleine Insel an. Hier waren sehr viele Kinder (einige arbeiteten), die sofort (aber doch etwas vorsichtig) zum Strand kamen, um zu schauen, was wir dort machten. Ein amerikanischer Mitreisender hatte in seinem Gepäck einige kleine bunte Bälle, die er dann in Richtung Strand warf. Natürlich landeten die im Wasser. Da war die 'Zurückhaltung' vergessen und es rannte alles, was Laufen konnte ins Wasser. Sie waren so am toben und lachen, dass es nicht nur für die Kinder eine Freude war. Ich glaube das Hinterherwinken hörte erst auf, nachdem unser Boot außer Sichtweite war.

Gegen 9.30 Uhr hatten wir dann auch Mpimbwe erreicht. Ich hatte den Tip bekommen, dass hier die Xenotilapia sunflower schon ab ca. 15m Tiefe beobachtet werden können. Für mich war klar, dass dieser Tauchgang in diese Tiefe gehen würde. Es war sagenhaft. Nach 17m konnte ich mich auf einen Stein legen und ein Paar mit ihren Jungen beobachten. Bei den Tieren war von Angstkeine Spur. Die fühlten sich absolut ungestört bis zu dem Zeitpunkt, als ich meine Kamera auf sie richtete. Ein Tier verschwand sofort mit den Jungen und war von da an nicht mehr gesehen. Dafür stand das andere Tier für einige Schnappschüsse zur Verfügung. Die Zeit verging wie im Flugeund nachdem ich einige Bilder im 'Kasten' hatte, ging es etwas weiter nach oben, um dort meine vom Tauchcomputer vorgeschriebenen Sicherheitsstops zu machen. Hierbei konnte ich natürlich auch noch einige Fotos setzen.

Nachdem alle aus dem Wasser waren und wir ablegen wollten, wurde unsere Weiterfahrt erst einmal dadurch aufgehalten, dass der Anker zwischen 2 Felsen gelandet war und sich so verhakt hatte, dass es ohne zu tauchen nicht möglich war, ihn loszubekommen. Bevor einer von uns sein ganzes Geraffel wieder angelegt hätte, war schon ein Mitglied unserer Crew im Wasser, tauchte etwa 9 m völlig ohne Ausrüstung und löste den Anker wieder. Hut ab! Ich hätte da sicherlich hinterher ein Sauerstoffzelt gebraucht, wenn ich es überhaupt geschafft hätte.


Dann ging unsere Fahrt weiter und wieder an den schon oben erwähnten Inseln vorbei, bis der nächste Zwangsaufenthalt, einmal mehr durch das Militär, unsere Fahrt unterbrach. Hier waren über 20 Personen an Bord und forderten 15 Liter Benzin den obligatorischen Wegezoll". Für mich war das ein beklemmendes Gefühl, da ich nichts verstanden habe und die Bewaffnung auch einen bedrohlichen Eindruck machte. Zum Glück gab es keine weiteren Probleme, so dass wir nach ca. 20 Minuten unsere Fahrt fortsetzen konnten.
Ohne weitere Zwischenfälle in Namansi angekommen, gingen wir, noch bevor wir unser Lager aufgebaut hatten, sofort ins Wasser. Hier zogen Schwärme vom N. callipterus Männchen ihre Kreise und die Tropheus hatten nichts anderes zu tun, als die ganze Zeit an den Algen herumzuzupfen. Wir wären gerne noch auf der anderen Seite 'unserer' Bucht Tauchen gegangen, aber da hatten die Einheimischen Fangnetze ausgelegt, die sie dann etwas später, nachdem wir schon aus dem Wasser waren und unser Camp aufgebaut hatten, herauszogen. Uns Freaks blutet dabei das Herz, wenn wir sehen, was sich dort an Zierfischen in den Netzen befindet und hinterher als Trockenfisch auf dem 'Teller' landet, aber für die Menschen dort lebenswichtig.
Beim Abendessen wurde dann besprochen, dass der nächste Tag wohl etwas länger und dementsprechend anstrengender sein wird, da wir unseren Heimathafen ansteuern wollen, jedoch nicht ohne wenigstens noch Tauchgänge in Wempembe und Malasa zu machen.

Bevor wir morgens losfuhren habe ich noch einige Bilder von Felsen gemacht, an denen man die Wasserstands-schwankungen sehr gut erkennen kann.
Die Photos (s. auch Galerie) zeigen u.a. die Fahrt nach Wempembe (hier sah ich meine erste Unterwasserpflanze auf dieser Tour), weiter in Richtung Malasa und außerdem noch als kleines Highlight, einen Tauchgang in Kantalamba. Auch diesen Tauchgang werde ich wohl mein Leben nicht vergessen. Die red rainbows im Sonnenlicht stehen zu sehen, ist einfach ein Genuß. Ich konnte mich mal wieder gar nicht satt sehen. Dem Neolamprologus daffodil habe ich in Aquarien fälschlicherweise nie große Aufmerksamkeit geschenkt, aber wie der hier farblich aufdrehte war nur schön. Die blauen Punkte der Eretmodus waren wie gemalt. Ihr merkt schon, ich komme aus dem schwärmen gar nicht mehr raus. Einige Bilder sollen zeigen, wovon ich hier schreibe.

Nach diesem Tauchgang noch das übliche Prozedere: Abmelden in Tansania, das Boot tauschen und Weiterfahrt zu unserer Lodge, wo wir dann erst recht spät ankamen. Hier ging es gleich unter die kalte Dusche, ab zum Abendessen und dann ins Bett. Man, habe ich gut geschlafen. Ist schon ein Unterschied zwischen einer richtigen Matratze und einer 4 cm dicken Luftmatratze auf hartem Untergrund!

Der nächste Tag begann erst einmal damit, die Technik wieder auf Vordermann zu bringen. Das heißt, Dichtungen prüfen und fetten, Akkus aufladen usw. Für eine bestimmte Zeit lief hier morgens ein Generator, der für den nötigen Strom sorgte. Dann ab nach Mpulungu wieder anmelden (hier ohne Schwierigkeiten) und ab nach Gombe. Hier habe ich meinen ersten und einzigen Synodontis im See gesehen.


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